Diese beiden Perspektiven müssen keinen Gegensatz bilden. CTC thematisiert, dass bestimmte Belastungen ("Risikofaktoren") im Entwicklungsverlauf von Kindern und Jugendlichen die Entstehung von Problemverhalten befördern. Diese Verhaltensweisen (Gewalt, Delinquenz, problematischer Alkohol- und Drogenkonsum, vorzeitiger Schulabbruch, frühe Schwangerschaften und riskantes Sexualverhalten, sowie Depressionen und Ängste) bedrohen selbst ein sicheres und gesundes Aufwachsen. Die Risiken, die das Auftreten dieser Verhaltensweisen wahrscheinlicher machen, sollen durch CTC zielgerichtet reduziert werden. Diese Risikofaktoren und zu stärkende entgegenwirkende Schutzfaktoren sind das Thema für die Prävention, nicht die Jugendlichen, die bereits diese Verhaltensweisen zeigen. Mit CTC können und sollen geografische Gebiete und Faktoren mit einem vordringlichem Handlungsbedarf ausgewählt werden, und nicht etwa einzelne oder Gruppen von „Problem-Jugendlichen“. An einer Verringerung der genannten Verhaltensweisen in der Zukunft mü
ssen und können sich präventive Anstrengungen buchstäblich „messen lassen“. Ein gut erforschter Weg zu einer Reduktion von Risiken liegt in der Stärkung von Familien, Kitas, Schulen, Jugendlichen und des nachbarschaftlichen Umfelds. Die in der „Grünen Liste“ empfohlenen Programme haben (nachgewiesen oder theoretisch plausibel) gezeigt, dass ihr Einsatz zu einer Stärkung dieser Bereiche führen kann.