Erklär-Video:
Info-Broschüre:
Förderung der Lebenskompetenzen von Kindern im Kindergartenalter, Sucht- und Gewaltprävention im Elementarbereich durch Förderung von sozial-emotionalen Kompetenzen sowie von Selbstwirksamkeit, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Risikokompetenz, etc.
Pädagogische Fachkräfte, Kinder in der Kita (3 - 6) und deren Eltern
In einem standardisierten Fortbildungsprogramm für (möglichst das gesamte) pädagogische Fachpersonal in Kindertagesstätten werden die Teilnehmenden angeleitet, die Lebenskompetenzen der Kinder und dadurch ihr Selbstwirksamkeit zu stärken. Schwerpunkte der Praxistools sind die Förderung von Selbstwahrnehmung, Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit, der Umgang mit Stress und Emotionen, Konflikt- und Risikokompetenz sowie kreatives und kritisches Denken.
Daneben umfasst das Programm eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Eltern (Sensibilisierung für das Thema, Information und Unterstützung bei der eigenen Erziehungstätigkeit, Behandlung von Themen wie "Sucht und Gewalt", Umgang mit Konflikten, „Grenzen setzen" und "Konsumverhalten") und die Einführung verschiedener pädagogischer Praxistools, die auf die Förderung der Lebenskompetenzen der Kinder abzielen.
Die Fortbildung besteht aus einem Basisseminar (2x 7 Stunden, verteilt über 3 bis 6 Monate) und einem Zirkeltreffen (ca. 3,5 Stunden). Beim Basisseminar steht die Einführung des Programms durch regionale, speziell geschulte Präventionsfachkräfte im Mittelpunkt. Das obligatorische Zirkeltreffen dient dem teamübergreifenden Erfahrungsaustausch, der Vertiefung und Ergänzung von Inhalten sowie zur Behandlung von Fragen zur Umsetzung des Programms.
Darüber hinaus gibt es mehrere Vertiefungsseminare (3,5 oder 7 Stunden) zu den 4 Basisemotionen: Wut, Angst, Trauer und Freude sowie "Zusammenarbeit mit Eltern", "Kinder suchtbelasteter Eltern", „Kulturelle Vielfalt“ und „Geschlechtersensible Prävention“.
Handbuch (7. Auflage) für Trainer*innen und Arbeitsbuch für geschulte pädagogische Fachkräfte sind vorhanden.
Die Kosten zum Programm sind hier aufgeführt: FREUNDE_Kostenaufstellung.pdf
Köhler, T., Obermaier, M. (2025). Evaluation des Projekts Starke Kinder – gute FREUNDE. Umsetzung des Evaluationskonzepts, qualitative und quantitative Analysen. Abschlussbericht. Hrsg.: GKV-Spitzenverband. Berlin.
Benz, B., Umbach, K. (2009). FREUNDE - ein Schlüssel zur Lebenskompetenzförderung. 10 Jahre FREUNDE in Kindertagesstätten - Ergebnisse aus der Qualitätssicherung. München: Stiftung FREUNDE.
Kriterien sind erfüllt.
Köhler & Obermaier 2025:
Die Evaluation des FREUNDE-Programms „Starke Kinder – gute FREUNDE“ wurde als Vorher-Nachher-Messung ohne Kontrollgruppe zwischen September 2021 und Mai 2025 durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte zu drei Zeitpunkten: vor der Schulung der pädagogischen Fachkräfte (t1), direkt nach der Schulung (t2) und acht Monate später (t3). Untersucht wurde eine Gruppe aus 17 Kindertageseinrichtungen im Saarland, in denen das FREUNDE-Programm umgesetzt wurde. An der Erstbefragung nahmen 72 Fachkräfte teil, an der Drittbefragung noch 17 – es kam also zu einem deutlichen Drop-out, vor allem bedingt durch Personalmangel und die COVID-19-Pandemie. Als Zielparameter wurden Veränderungen in der pädagogischen Arbeit und in zentralen Lebenskompetenzen erfasst, z.B. Emotionsregulation, soziale Kompetenzen, Partizipation, Stressbewältigung und Selbstwirksamkeit der Kinder. Zur Messung kamen standardisierte Online-Fragebögen, Leitfadeninterviews, Fokusgruppen und Begehungen zum Einsatz. Die quantitative Auswertung erfolgte überwiegend deskriptiv, da die Fallzahlen klein waren. Die Ergebnisse der quantitativen und qualitativen Erhebungen zeigen positive Entwicklungen in allen Zielbereichen: Fachkräfte berichteten über verbesserte Beteiligung der Kinder, mehr emotionale Kompetenz und alltagstaugliche Stress- und Konfliktlösungen.
Insgesamt gibt die Evaluation erneut Hinweise auf ein hohes pädagogisches Potenzial des Programms.
Eine Evaluation ohne Kontrollgruppe kann maximal Stufe 1 der Grünen Liste Prävention erlangen. Daher bestätigt diese Evaluation die Einstufung aufgrund der ersten Evaluation von Benz & Umbach 2009.
Benz & Umbach 2009:
Befragung von Teilnehmenden am Basisseminar (276 nur nach dem zweiten Modul, 256 nur nach dem fünften Modul, 273 nach beiden) zur Zufriedenheit mit der Ausbildung, dem Konzept und der Praxistauglichkeit des Programms (Prozessqualität), nach dem beruflichen Hintergrund und nach ersten Erfahrungen mit der Durchführung einzelner pädagogischer Vorhaben.
Die Befragten berichten deutliche Veränderungen bei den Kindern vor allem im Hinblick auf das Kommunikationsverhalten, die Selbstwahrnehmung und das Kooperationsverhalten. Auch positive Entwicklungen bei der Selbstsicherheit, der Kreativität und der Lösung von Konflikten werden genannt. Außerdem berichten die Befragten u.a. von geschärftem Problembewußtsein, höherer Selbstsicherheit, besserer Motivation und intensiverer Zusammenarbeit mit den Eltern.
In einer formativen Evaluation wurde die Passungsqualität des Programms zu Anforderungen der Praxis in Österreich untersucht.
Stiftung Freunde, regionale Freunde-Präventionsfachkräfte, regionale Rotary-Clubs
Keine Antwort des Programmanbietenden auf eine Umfrage des Landespräventionsrates Niedersachsen.
Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein, und in Österreich.
ca. 192.000 Kinder pro Jahr erreicht, 16.000 ausgebildete Pädagogische Fachkräfte, 120 FREUNDE-Trainer*innen (Stand: 12/2025).
Bayerischer Gesundheitsförderungs- und Präventionspreis 2009
Aufnahme in das Kinder- und Jugendprogramm der Bayrischen Staatsregierung 2013
Auszeichnung als Projekt des Monats von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung im Dezember 2012
Aufnahme in den Bayerischen Präventionsplan als Best-Practice-Modell im Bereich der Lebenskompetenzförderungsprogramme im Kita-Bereich 2015
Nominierung für den Preis der Internationalen Bodensee Konferenz für Gesundheitsförderung und Prävention 2019
Nennung von FREUNDE in den Grundsätzen der bayerischen Staatsregierung zu Sucht und Drogen sowie im fachlicher Begleitband als Best-Practice-Projekt 2025
Gutachterliche Stellungnahme von Prof. Wustmann
Die Initiative
Das Programm wurde am 24.05.2011 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 29.06.2026 geändert.