Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

FITKIDS
FITKIDS
Effektivität theoretisch gut begründet

Programminformationen

Ziel
gesundes und altersentsprechendes Aufwachsen (soziale Teilhabe) von Kindern drogen- bzw. suchterkrankter Eltern
Zielgruppe
Kinder und Jugendliche, deren drogen-/suchterkrankte Eltern eine Drogen-/Suchtberatungsstelle besuchen.
Methode
Das Programm fördert die kinderorientierte Organisations- und Personalentwicklung in Sucht-/ Drogenberatungseinrichtungen. Durch 10 Inhouse-Schulungen der Programminitiator*innen über einen Zeitraum von rund drei Jahren sollen die Organisationsabläufe angepasst und die Kompetenzen der Mitarbeiter*innen erweitert werden. Neben Inhalten aus den beiden Basisbausteinen (interne Voraussetzungen, Kooperation und Netzwerke), können Inhalte aus den vier Praxisbausteinen (praktische Arbeit mit Kindern, Schwangere und frühe Hilfe, Sprache finden - süchtige Eltern, Multiplikatorenschulung) gewählt werden. Mit den Sucht-und Drogenberatungseinrichtungen wird ein „eigener Fahrplan“ vor dem Hintergrund der regionalen Besonderheiten und Ressourcen entwickelt.
Material / Instrumente
Manual für Fortbildungen
Programmbeschreibung
Ansprechpartner

Fitkids Geschäftsstelle Deutschland

Information und Hilfe in Drogenfragen e.V.
Sandra Groß
Fluthgrafstraße 21
46483 Wesel

Telefon: +49 281 460 91 66-0

s.gross@fitkids.de

http://www.fitkids-wesel.de

Evaluation
Hower, K., Saak, P., Schneider, A., Aydin, O., Poppe,A., Pfaff, H. & Ansmann, L. (2019) Evaluation des FITKIDS-Programms zum gesunden Aufwachsen von Kindern suchterkrankter Eltern (EvaFit II).

Hower, K., Ansmann, L., Saak, P., Pfaff, H. (2017) Evaluation des Fitkids-Programms zur Kinderorientierung in Drogenberatungsstellen (EvaFit). Ergebnisbericht der Mitarbeiter*innenbefragung und Leitungsbefragung.
 
Das Programm wurde am 22.02.2021 in die Datenbank eingestellt.

Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse
Hower et al. (2019):
Die Studie erfasst mit leitfadengestützten Einzelinterviews, ob bei Kindern suchterkrankter Eltern durch das Fitkids-Programm ein gesundes und altersentsprechendes Aufwachsen erreicht wird. Hierzu wurden sechs 17-21jährige Jugendliche bzw. junge Erwachsene mit suchterkrankten Eltern zu den Aktivitäten im Rahmen des Programms (soziale Teilhabe) befragt. Die Befragten brachten ihre Zufriedenheit mit den Gruppen- und Freizeitangeboten zum Ausdruck und bewerteten den Austausch mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten positiv. Berichtet wurden zudem Veränderungen, die auf ein gesundes, altersentsprechendes Aufwachsen hindeuten, wie z.B. verbessertes Selbstbild, Sinneswandel im Umgang mit Drogen, besserer Umgang mit Problemen, Verwirklichung eigener Lebensziele.

Einschränkend ist anzumerken, dass die Erkenntnisse auf einer sehr kleinen Stichprobe von befragten Kindern suchterkrankter Eltern basieren. Es wurde nicht erfasst, ob das Programm den entwicklungs- und altersbedingten Bedürfnissen von Kindern verschiedener Altersgruppen nachkommen kann, da lediglich die Altersgruppe der älteren Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen befragt wurde.

In der Studie wurden außerdem Interviews mit 14 suchterkrankten Eltern durchgeführt. Erkenntnisse sind z.B., dass die Inanspruchnahme des Programms seitens der Kinder durch die Eltern bestimmt wird und dass die Aufhebung des Suchtgeheimnisses in der Familie nicht realisiert werden konnte. Da sich dieses Programm speziell auf die Kinder suchterkrankter Eltern bezieht (Outcome), werden die Bewertungen der Eltern hier nachrangig betrachtet.

 

Hower et al. (2017):
Ziel dieser Studie war es die Entwicklung der Organisation und der kindbezogenen Kompetenzen der Mitarbeiter*innen von Drogenberatungsstellen zu evaluieren. Zum Zeitpunkt vor der Programmdurchführung und ein Jahr danach wurden in einer schriftlichen Befragung die Einschätzungen von Mitarbeiter*innen und Leitungspersonen erfasst. Als Ergebnis zeigten sich deutlich verbesserte Einschätzungen zur Kinderorientierung der Organisation und weniger stark verbesserte bzw. konstante Entwicklungen bei den kindorientierten Kompetenzen der Mitarbeiter*innen. In einem Item wurden Veränderungen des gesunden Aufwachsens der Kinder suchterkrankter Eltern bewertet, wobei die Leitungspersonen aller Einrichtungen und Mitarbeiter*innen von 40% bzw. 56% der Einrichtungen Verbesserungen wahrnehmen. Ein Vergleich von neu beginnenden Programmstandorten mit solchen, die das Programm seit mehreren Jahren umsetzen, zeigte, dass die Implementation des Programms länger als ein Jahr benötigt.
 
In dieser Studie stehen nicht die Kinder von suchtbetroffenen Eltern im Zentrum der Erhebung. Da der Fokus der Grünen Liste Prävention auf der Prävention und Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen liegt, ist diese Studie nicht Grundlage für die Aufnahme in die Datenbank.   
Konzeptqualität
Die Kriterien sind erfüllt.
Evaluationsergebnisse
(überwiegend) positiv.
Evaluationsniveau und Beweiskraft
Ziel-Erreichungs-Messung (0 Sterne) ohne Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe
Inhouse-Schulungen (z.Zt. kostenfrei)
erforderliche Kooperationspartner
Drogen-/Suchtberatungseinrichtungen
Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren
Unterstützung bei der Umsetzung
Ein langfristiges, angeleitetes Coaching.

Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in
75 Standorten bundesweit (Stand Februar 2021)
Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

Suchzugänge

Programmtyp
Institutionen
Geschlecht
Alter der Zielgruppe
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 
sonstige Zielgruppenspezifikationen
die drogen-/ suchterkrankten Eltern der Kinder und Jugendlichen besuchen die Drogen-/ Suchtberatungseinrichtung

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